nexus akademie 18 high
nexus Akademie für partizipative MethodenKompetenz in Partizipation

nexus Akademie für partizipative Methoden
Kompetenz in Partizipation

Ein Arbeitsbereich des nexus Instituts für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung

Methode

Gesicht zeigen, Perspektiven vermitteln, Dialog ermöglichen

Die Bürgerausstellung wurde entwickelt, um unterschiedliche Perspektiven von Menschen, die mit lebensweltbezogenen Planungen und Konflikten konfrontiert sind, zu präsentieren und einen Dialog zu eröffnen, wieder aufzunehmen oder zu begleiten.

Die Methode beteiligt verschiedene Interessengruppen, indem sie ihre Perspektiven, Meinungen und Vorschläge präsentiert. Stellvertretend werden einzelne Personen aus diesen Gruppen interviewt, fotografiert und mit zentralen Äußerungen für die Ausstellung portraitiert. Die Ausstellungseröffnung bringt alle Interessengruppen zusammen und miteinander in Diskussion. Die Ausstellung wird leicht zugänglich vor Ort und im Internet präsentiert, die Beteiligten zeigen Gesicht und machen ihre Perspektive öffentlich. Dadurch wird eine große Reichweite erzielt und die lokale Bevölkerung dazu motiviert, sich in den Beteiligungsprozess einzubringen.   

Bürgerausstellung auf einen Blick: 

  • Bürger und Bürgerinnen zeigen Gesicht
  • Interview und Fotografie als zentrale Elemente
  • leicht zugängliche Präsentation vor Ort und online
  • Auftakt und Begleitung für einen Partizipationsprozess
  • große Reichweite und Motivation zu weiterer Beteiligung 

Details

Die Bürgerausstellung wurde in den 1990er Jahren (Böhm, Dienel, Legewie 2008) im Rahmen universitärer Lehre entwickelt und etablierte sich als Beteiligungsinstrument. Ausgangspunkt ist ein Thema oder Problem, das verschiedene Interessengruppen betrifft.

Bei der Erarbeitung einer Bürgerausstellung wird zunächst auf Basis einer Umfeldanalyse das Problem konkretisiert und ein Konzept erstellt. Dieses skizziert Ziele, relevante Interessengruppen, Ressourcen, Ort, Zeitplanung und Projektschritte sowie eine mögliche Kombination mit weiteren Beteiligungsformaten. Für die Kontaktaufnahme mit den Interessengruppen werden ein Informationsblatt und ein Interviewleitfaden vorbereitet. Die Bürgerausstellung soll ein möglichst breites Spektrum von Interessengruppen aus unmittelbar Betroffenen und weiteren Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik abbilden. Stellvertretend für deren Perspektive wird aus jeder Interessengruppe eine Person interviewt. Die meisten Bürgerausstellungen umfassen 15 bis 20 Poster, darunter auch ein allgemeines Poster über Thema und Methode.

Nach den Gesprächen werden die Interviewten sowie ggfs. weitere, passende Motive aus ihrem Lebensumfeld fotografiert. Bei der inhaltlichen Auswertung der Interviews wählt man die prägnantesten Zitate aus und kombiniert sie sinnvoll für den Postertext. Die autorisierten Poster – Text und Foto(s) – werden in das Ausstellungslayout eingefügt und gedruckt, parallel wird die Ausstellungseröffnung als Ausgangspunkt für die breite Öffentlichkeitswirksamkeit vorbereitet. Vor Ort und im Internet erreicht die Bürgerausstellung viele unterschiedliche Zielgruppen. Evaluationen zeigen, dass die Bürgerausstellung besonders in Kombination mit Methoden direkten Dialogs wie Diskussionen, Expertengesprächen oder Online-Dialogen eine nachhaltige aktivierende Wirkung hat. In Stadtvierteln oder Regionen, die mit Entwicklungsfragen oder Problemlagen konfrontiert sind, für die verschiedene Interessengruppen einbezogen werden müssen, kann sie dadurch auch zur Konfliktklärung beitragen.

 

Referenzen

Bürgerausstellung Menschen und Engagement im Gebrauchtwarenhandel in Deutschland und Dänemark, 2016

Bürgerausstellung Zukunft Olivaer Platz für Amt für Öffentliches Bauen Berlin-Charlottenburg,  2010

Bürgerausstellungen Young Cities – Developing Urban Energy Efficiency, Teheran, Iran, und Ready to move...?! Towards Sustainable Traffic and Transport Solutions, Hyderabad, Indien, für Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2010

Bürgerausstellungen Voller Energie, Magdeburg, und Personalisierte Medizin, Bremen, für Wissenschaft im Dialog, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2009

Bürgerausstellung Brandenburg - Das bist Du uns wert, für Stiftung Demokratische Jugend, gefördert vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, 2008

Bürgerausstellung Wandern und Wiederkommen, Magdeburg, für Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, 2006

Bürgerausstellung Projekt Zukunft - Familien an der Universität, Leipzig, für Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, 2006

 

Literatur

Böhm, B. (2015): Die Bürgerausstellung als Beteiligungsmethode in gesellschaftlichen Konfliktfeldern. eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 15/2015 vom 15.10.2015. Stiftung Mitarbeit. http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_boehm_151015.pdf. [Zugriff 28.07.2016]

Keppler, D.; Böhm, B.; Dienel, H.-L. (Hrsg.) (2013): Die Bürgerausstellung. Die Perspektive von Bürgern und Bürgerinnen als Gegenstand qualitativer Sozialforschung und praktischer Beteiligung. München: oekom.

Böhm, B.; Legewie, H.; Dienel, H.-L. (2008): Die Bür¬gerausstellung: Eine Kombination sozialwissen¬schaftlicher, partizipativer und künstlerischer Elemente (70 Absätze). Forum Qualitative Sozial¬forschung / Forum: Qualitative Social Research Volume 9, Nummer 2, Art. 33. http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/380/827. [Zugriff 28.07.2016]

Angebot



Beratung und Konzeption

Partizipation braucht eine sinnvolle Auswahl und Kombination von Methoden.



Durchführung und Moderation

Partizipation braucht professionelle Durchführung und neutrale Moderation.



Begleitung und Evaluation

Partizipation braucht die Dokumentation von Prozess- und Ergebnisqualität.



Schulung und Coaching

Partizipation braucht Wissen, Übung und Unterstützung.

Aktuelles

13.11.2018
Artikel zu „Bürgerausstellung“ und „Planungszelle/Bürgergutachten“ von Dr. Birgit Böhm und Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel im Methodenhandbuch „Bürgerbeteiligung in der Praxis“, 2018

Herausgegeben von der Stiftung Mitarbeit und der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik ÖGUT ist 2018 „Bürgerbeteiligung in der Praxis – Ein Methodenhandbuch“ erschienen. Die Veröffentlichung gibt zunächst einen Überblick über Bürgerbeteiligung, ihre Grundlagen, Qualitätskriterien und die aktuelle Beteiligungspraxis. In einem „Methoden-ABC – von A wie Aktivierende Befragung bis Z wie Zukunftswerkstatt“ bietet sie dann fundierte Beschreibungen und Praxisbeispiele vielfältiger Bürgerbeteiligungsmethoden. Dr. Birgit Böhm und Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel vom nexus Institut haben für das Methodenhandbuch einen Beitrag zur Methode „Bürgerausstellung“ und einen Beitrag zur Methode „Planungszelle/Bürgergutachten“ verfasst. Das Buch ist für alle interessant, die an Bürgerbeteiligung interessiert oder professionell mit Bürgerbeteiligung befasst sind.

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05.12.2018
Vortrag zu Bürgerbeteiligung mit Bürgergutachten, Bürgerrat und Zukunftsrat

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In Neumünster, Schleswig-Holstein, will die „Initiative Demokratie-erweiterung“ neue Wege in der Politik gehen und die Demokratie stärken. Jochen Rathjen, Sprecher vom Netzwerk Attac, ein zentraler Akteur der Initiative, sieht die Demokratie in Gefahr. Bürgerinnen und Bürger sollen sich deshalb zukünftig mehr beteiligen können. Die Initiative schlägt dafür die Einrichtung eines Bürgerrats nach dem Modell des Zukunftsrats vor. Unterstützt wird die Initiative vom Netzwerk Attac, dem Landesverband von Mehr Demokratie e.V. und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Den Fraktionen von SPD, Grünen, Bündnis für Bürger und Linke in Neumünster hat die Initiative ihren Vorschlag schon vorgestellt. Auf Einladung der Initiative hielt Dr. Birgit Böhm, die am nexus Institut den Bereich Akademie für Partizipative Methoden leitet, am 05.12.2018 in Neumünster einen Vortrag mit dem Titel „Bürgerbeteiligung mit Bürgergutachten, Bürgerrat und Zukunftsrat“. Gemeinsam ist diesen drei Beteiligungsverfahren, dass sie mit einer Zufallsauswahl von Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt werden. Im voll besetzten Saal im Bildungszentrum im Vicelinviertel, Kielerstr. 90, erläuterte Dr. Birgit Böhm besondere Merkmale und Unterschiede der drei Beteiligungsverfahren. „In Neumünster besteht die Idee, zunächst ein Bürgergutachten durchzuführen. In diesem Bürgergutachten könnten Bürgerinnen und Bürger Vorschläge dazu erarbeiten, wie der Bürgerrat in Neumünster ausgestaltet werden und die Demokratie gestärkt werden sollte. Auf dieser Basis könnte dann ein Bürgerrat eingerichtet und erprobt werden“, so ihre Empfehlung. Den Plan, zunächst ein Bürgergutachten auf den Weg zu bringen, will die Initiative weiter verfolgen. Die Folien zum Vortrag von Dr. Böhm finden Sie hier.

Foto: c/O Kristina Tönnsen, Neumünster

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13.11.2018
Planungsworkshops für partizipative Bürgerforen

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Die Koordinie-rungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit „Ältere im Quartier“ der Agethur begleitet mit dem neuen Format „Gesund alt werden im Quartier“ Akteure in den thüringischen Kommunen Meiningen und Ilmenau bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Ideen zur Gesundheitsförderung älterer Menschen, aber auch weiterer Bevölkerungsgruppen. Lebensqualität und Gesundheit im Quartier sollen langfristig erhalten und verbessert werden. Die Begleitung umfasst eine bedarfsgerechte Unterstützung und Fortbildung der Quartiersakteure.

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19.04.2018
Vortrag zu inklusiver Beteiligung

nmsallebeteiligen

„Alle Beteiligen! Aber wie?“ – unter diesem Motto hat der Landesbeauftragte für politische Bildung Schleswig-Holstein am 19.04.2018 in Neumünster in das Bildungszentrum im Vicelinviertel eingeladen. Das Motto und damit das Thema „Inklusive Beteiligung“ hat auch Dr. Birgit Böhm aufgegriffen, die auf der Veranstaltung den Vortrag hielt. Die Veranstaltung ist Teil einer landesweiten Reihe des Landesbeauftragten für politische Bildung zu unterschiedlichen Facetten der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. In Neumünster wurde sie in Kooperation mit dem Quartiersmanagement im Vicelinviertel durchgeführt. Nach einem Rundgang, auf dem Alexander Kühn, Quartiersmanager, das Vicelinviertel und gute Beispiele lokaler Beteiligung vorstellte, begrüßte Michael Holldorf, Referent beim Landesbeauftragten für politische Bildung, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Beteiligungsprozesse gestaltet werden müssen, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen. „Soziale Ungleichheit zeigt sich auch bei Beteiligung, deshalb ist es wichtig, auf Menschen zuzugehen und sie mit vielfältigen Beteiligungsmethoden zu erreichen, dafür braucht es aber auch Ressourcen“, sagt Dr. Birgit Böhm. In ihrem Vortrag erläuterte sie, was inklusive Beteiligung ist, warum sie gebraucht wird und wie sie verwirklicht werden kann. Vortragfolien und Filmmitschnitt sind unter www.politische-bildung.sh/bbsh auf den Seiten des Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein abrufbar.

Foto: Der Landesbeauftragte für politische Bildung Schleswig-Holstein

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Akademie für Partizipative Methoden

Willdenowstraße 38
D- 12203 Berlin
Fon: +49 (0)30 318 054 63
E-Mail: boehm@nexusinstitut.de

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